"On ne devient pas griot, on naît griot!"

Prince Moussa Cissokho; Moussa Cissokho; Kora; Kora-Unterricht; afro-fusion; Mbalax; Sénégal; world music, afro music

Mein Grossvater mütterlicherseits war kein geringerer als Soundioulou Cissokho, der schon 1948 in Europa und Afrika mit dem berühmten panafrikanischen Ballet von Keïta Fodéba aus Guinea als virtuoser Koraspieler tourte und aufgrund seiner innovativen und subtilen Variationen von traditionellen Stücken geliebt wurde. Meine musikalische Herkunft ist auch väterlicherseits weit verzweigt, reicht von Mali bis nach Guinea und gleicht dem Wurzelgeflecht eines Baobabs. Seit der frühen Kindheit wurde ich im Hof meiner Eltern (Cissokho Kunda) unterrichtet, um das Griot-Erbe zu erlernen. Neben den traditionellen Instrumenten (Kora, Djembe oder Balafon) oder dem Tanz ist unser Hof ein ein Magnet für externe Schüler. Cissokho Kunda ist nicht nur ein Zentrum um in die Kunst der Griots eingeführt zu werden, sondern ist auch ein Hof der Lebensschulung. 

 

Diese Atmosphäre des stetigen Lernens bedeutet, dass der Zeitpunkt meiner Ausbildung nicht ab einem gewissen Alter stattfand, sondern ich diese Lebensweise sozusagen mit der Muttermilch aufgesaugt habe und von da an bis zum heutigen Zeitpunkt perfektioniere. Mein grosser Bruder Ali Boulo Cissokho hat mich auf meinem musikalischen Lebensweg geformt und begleitet. Mit 12 Jahren wusste ich bereits, wie ich eine Kora bauen musste. Mein Talent wurde vom Nationalballet in Dakar erkannt - ich wurde dort mit 14 Jahren aufgenommen. Es folgten Auftritte durch ganz Senegal und Westafrika, ich wurde für Auftritte im Centre Culturel Français in Dakar oder für das Festival Île de Gorée gebucht und arbeitete mit unterschiedlichen afrikanischen und europäischen Tanz-/Theaterformationen. Tourneen in Europa folgten. Wir führten das klassische Stück epopée mandingue nicht nur im Senegal auf, sondern tourten damit erfolgreich in unterschiedlichen Ländern in Europa oder wir führten ein Theater zum Thema Migration mit holländischen Kolleginnen und Kollegen auf. 

 

Seit 2011 lebe ich in Österreich und bin stetig meiner musikalischen Passion gefolgt. In Bars lernte ich Musiker kennen, gab Djembe-Kurse in Zürich und verlor dabei nie den Glauben, meine Leidenschaft für die Musik auch in Europa entfachen zu können. 2012 begann die Zusammenarbeit mit Veronika's Ndiigo. Gleichzeitig gründete ich unterschiedliche eigene Bands in der Schweiz und wurde von unterschiedlichen Bands für die Zusammenarbeit angefragt. Seit 2015 spiele ich mit Jan Galega Brönnimann und Omri Hason und tourte mit dieser Band im Sommer 2015 in der Tschechei. 2016 haben wir die gemeinsame CD al nge taa aufgenommen. Während dieser Zeit blieb es meine Herzensangelegenheit mit meiner Musik die Zuhörerinnen und Zuhörer zu sensibilisieren. Benefizkonzerte zu Gunsten von NGO's waren immer auch Teil meiner Arbeit.

 

Inspiriert werde ich täglich durch mein grosses Erbe mütterlicher- wie auch väterlicherseits. Wie schon mein Grossvater begeistert mich die neue Interpretation von traditionellen Stücken und die Auseinandersetzung mit der heutigen Welt. Die Liebe zur Gratwanderung zwischen zwei Welten begleitet mich. Allen, die mich auf diesem Weg begleiten, danke ich für die gemeinsame Reise.